Terrassenholz aus Deutschland – Die Dauerholz AG
Montag 5. Dezember 2011 von thomas hammer
Da beißt der Holzwurm sich die Zähne aus: Wie ein Schutzpanzer konserviert Kerzenwachs heimische Kiefer und Fichte und lässt Schädlingen keine Chance. In einer früheren Bundeswehrkaserne im mecklenburgischen Dabel im Landkreis Parchim wird Holz nach einem patentierten Verfahren bis tief in den Kern hinein mit Wachs getränkt, so dass es genau wie Tropenholz dauerhaft gegen Pilze, Parasiten und Feuchtigkeit gewappnet ist. Nach zehn Jahren Entwicklungs- und Aufbauzeit als "Garagenfirma" hat die Dauerholz AG auf dem 2006 geräumten Gelände eines Panzerbataillons jetzt die Produktion aufgenommen.
Das umweltneutrale Wachs, auch Paraffin genannt, fließt bei der streng geheim gehaltenen Methode in jede einzelne Holzzelle und ersetzt bis ins Innere von Brettern und Stämmen hinein alles Wasser, wie Dauerholz-Vorstand Olaf Weber erklärt. Beim herkömmlichen Imprägnieren oder Streichen dringe das Konservierungsmittel indes nur wenige Millimeter ins Holz ein und tränke das Material lediglich oberflächlich. "In den Kern der Kiefer ist bisher noch keiner vorgestoßen", so Weber. Insofern ist Dauerholz für ihn der Werkstoff der Zukunft, mit dem sich wetterfeste Terrassen, Zäune, Gartenmöbel, Türen, Fenster, Spielplätze oder auch Buhnen und Bahnschwellen bauen ließen.
Erfinder der norddeutschen Öko-Alternative zu Teak und Co. ist der Hamburger Tischlermeister Jan Nies, jetzt Hauptgesellschafter der Dauerholz AG. Selbst meterdicke Bäume hat er schon mit Kerzenwachs quasi unverwüstlich gemacht. Und Sägen, Bohren, Schleifen lasse sich der super stabile Baustoff genau wie Hartholz, betont Weber. Nur müssten für das neue Material weder Urwälder gerodet noch Stämme um die halbe Erde transportiert werden.
"Zukunftsträchtig" findet auch Tischler Reinhard Skibbe (51) das schwere Wachs-Holz, das ihm nach zwei Jahren Erwerbslosigkeit nun eine neue Perspektive gibt. Jährlich 10 000 Kubikmeter Dauerholz made in Mecklenburg sollen in Dabels früheren Panzerhallen hergestellt werden. Dazu flossen in das 58 Hektar große einstige Armee-Areal zehn Millionen Euro an Investitionen. 40 Jobs für Arbeitslose entstanden neu, weitere sollen folgen. Derzeit werden die riesigen computergesteuerten Spezialmaschinen eingefahren.
Vier waggongroße Kessel von 16 Metern Länge und vier Metern Durchmesser können jeweils 50 Kubikmeter Holz aufnehmen. 60 Stunden lang baden Bretter und Stämme in über einhundert Grad heißem Paraffin, das zuvor mit Beimischungen "konditioniert" wurde, wie Weber erklärt. Nach dem Auskühlen und Trocknen wird der neue Holzwerkstoff nur noch glatt gehobelt und vorerst hauptsächlich als Terrassendielen über den Fachhandel verkauft.
Härtetests mit Dauerholz unternimmt derweil das Staatliche Amt für Umwelt und Natur (StAUN) Rostock. Buhnenpfähle im Meer werden von Salzwasser, Algen und Muscheln permanent angegriffen, während bisher alle chemischen Konservierungen ausgewaschen wurden und so in die Umwelt gelangten. Anders bei dem Newcomer mit Wachspanzer: Das nicht wasserlösliche Paraffin werde stets bleiben wo es ist und die hölzernen Wellenbrecher selbst vor der gefährlichen Schiffsbohrmuschel schützen, meint StAUN-Mitarbeiter Birger Gurwell.
"Wir setzen große Hoffnungen ins Dauerholz, weil es Tropenholz im Buhnenbau ablösen kann und direkt vor der Haustür wächst", sagt der Umweltexperte. Bis zu neun Meter lange Testpfähle wurden jetzt in der Ostsee vor Börgerende bei Rostock gerammt und sollen fünf Jahre lang beobachtet werden. Selbst Miesmuscheln und Seepocken an den Buhnen würden Gesundheits-Checks unterzogen – kein Problem bei einer Kerzenwachs-Konservierung, sagt Gurwell. "Dauerholz passt einfach in die Zeit", findet auch Unternehmer Weber. Heutzutage trage kaum noch jemand Pelze "und künftig wird keiner mehr Tropenholz verbauen".
Dauerholz AG
Die ökologische Alternative zu Bangkirai und Co. kommt aus Mecklenburg-Vorpommern. Im dortigen Dabel produziert die DAUERHOLZ AG seit 2009 Terrassendielen aus deutschem Holz. Der ökologische Werkstoff DAUERHOLZ ist eine Erfindung eines Hamburger Tischlermeisters. Das Verfahren: Heimisches Holz wird bis ins Innere des Kerns mit einer umweltneutralen, wachsbasierten Lösung komplett durchtränkt. In den Holzzellen wirkt das Wachs auf natürliche Weise wie ein Schutzpanzer, so dass Feuchtigkeit, Pilze und Parasiten keine Angriffsfläche haben. Der Einsatz von Tropenholz kann dadurch in vielen Bereichen vermieden werden. Die Dauerholz AG hat sich um den „Green Economy Award“ beworben. Gekürt wird die beste Innovation oder Technologie zur Reduktion von CO2 bzw. andere umweltverträgliche Lösungen, die Ökonomie und Ökologie verbinden.
Success for Future Award
Der neue Nachhaltigkeitspreis Success for Future Award fördert nachhaltige Projekte, die sich aktiv für die Welt von morgen einsetzen, andere begeistern und zur Eigeninitiative motivieren. Im Vordergrund stehen Menschen, Ideen und Produkte, die zeigen, dass ökonomischer Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung Hand in Hand gehen. Initiatoren und Förderer des Awards sind BT Germany und die Schüco International KG. Eine unabhängige Jury bewertet die eingereichten Projekte aus Bereichen wie Technologie/Produkt, Architektur, u.v.m. und wählt die Preisträger aus. Zusätzlich werden ein Ehrenpreis und ein Publikumspreis vergeben. Die Bewerbungsphase endet am 1. März 2011. Im April 2011 findet die Verleihung des Awards im Rahmen einer Gala statt.
Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 5. Dezember 2011 um 09:35 und abgelegt unter Gesundheit, Immobilien, Umwelt. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.








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